Gespräch mit den Genossen Alois, Anton und Max
Das folgende Gespräch wurde am 24. Februar 1989 geführt. Alle drei Genossen waren für Jahrzehnte Teil der trotzkistischen Bewegung. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand ihr politischer Werdegang und die dreißiger Jahre, die für alle eine wichtige Zeit der Politisierung waren. Besonders deutlich wird das prägende Erlebnis der Niederlage im Februar 1934 und des Verrats der Sozialdemokratie. Die Gesprächspartner gehörten alle auch seit damals bereits der trotzkistischen Bewegung in Österreich an, genauer gesagt dem von Josef Frey geführten "Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse". Das Gespräch wurde aufgezeichnet von Manfred Scharinger, von dem auch die Zwischenfragen stammen.
Genosse Anton, kannst vielleicht Du beginnen: Was war eigentlich das für Dich politisch prägende Erlebnis?
Zu meinem politischen Werdegang: Ich komme wie so viele aus dem Schutzbund. Und der Februar 34 hat dann ergeben, daß man mit der SP-Hierarchie nimmer existieren, nimmer zusammenarbeiten konnte als Prolet. Denn die hatten effektiv die ganze Sache verraten. Wir waren ja eingesetzt in der Nähe von unserem Maschinengewehr, wo die alte Habsburg-Wäscherei war, da waren wir zerniert. Wir haben ein einziges Maschinengewehr gehabt. Und da sind wir soundsoviel Mann in einer Wohnung zusammengezogen worden und haben nicht mehr hinausdürfen. Dann sind die Frauen mit einer Einkaufstasche ganz zwanglos gekommen und haben uns die Verpflegung gebracht. Wir haben immer auf den Befehl gewartet! Da ist am Gürtel geschossen worden, aber der Befehl ist nie gekommen! Wir sind nicht zum Zug gekommen. Wir sind dann ins Verbandslokal, und da ist aber dann abgeblasen worden, jetzt sind wir wieder zurück und haben dort übernachtet. In der Nacht sind wir dann auf die Gumpendorfer Straße hinaus und haben zwei Polizisten, zwei ältere, gesehen. Da haben wir uns gesagt: "Jetzt probieren wir's!" Wir gehen auf sie zu, die haben uns aufgehalten und perlustriert, die waren in voller Montur mit Stahlhelm und so weiter. Dann haben die gar nicht so schnell schauen können, haben wir ihnen schon das Gewehr weggenommen, auf der Stiege zusammengehaut und sind dann gerannt. Wir haben ein totales Glück gehabt! Nichts ist passiert!!
Dann haben wir gehört, im Ottakringer Arbeiterheim geht's noch drunter und drüber, jetzt wollten wir dorthin, aber die Polizei hat uns nicht über den Gürtel hinausgelassen... Dann wollten wir schauen, was dort los ist, wo unsere Führer sind - unsere Genossen: Marek, der Bezirkssekretär, und wie sie nach der Reih' waren. Dann ging alles ganz schnell; hinter uns war die Polizei, wir haben das gar nicht gesehen, daß die da angefahren kommen. Da sind wir dann zu zweit gewesen und wollten im Verbandsheim nachschauen gehen, was los ist. Und wie wir dann in die Gasse hineingegangen sind, wo der Haupteingang zum Verbandsheim war, am Eck das Kaffeehaus vis--vis: "Da schau! Da sitzen ja die ÎGenossen' drinnen, also waßt..." Das ausschlaggebende war, unsere Bezirkskapazunder haben sich offen ins Kaffeehaus vis--vis vom Verbandsheim in Mariahilf in die Auslage mit der ganzen Kassa hineingesetzt und haben sich verhaften lassen. Da warn's nämlich sicherer als heraußen... Damit's ja gesehen werden! Und plötzlich kommt der Überfallswagen und besetzt das Verbandsheim. Na logischerweise sind wir dann abgefahren. Jetzt war für uns ja die Sache erledigt...
Jedenfalls war für uns die Sache klar: An die wollen wir nicht einmal mehr anstreifen, an den Marek, den Bezirkssekretär und späteren Bürgermeister und den anderen. Überhaupt waren ja die SPler alle schon ganz vom bürgerlichen Geist angesteckt. Bei uns in Mariahilf hat der Kinderfreundeobmann im Bebel-Hof eine Riesenfleischhackerei gehabt, der Marek war Beamter... Die haben alle Angst gehabt...
Wir hatten noch vor dem 34er Jahr eine Versammlung verlangt im Verbandsheim in der Königseckgasse, zu einer Zeit, als der Schutzbund schon verboten war. Wir wollten damals eine Versammlung machen mit dem Stadtrat Paul Speiser, der war für Personalangelegenheiten zuständig. Wir sagten den Arbeitslosen, sie sollen alle kommen, damit wir welche hinter uns haben. Wenn's viele waren, haben vier von uns allen eine Arbeit gehabt. Wir kommen ins Verbandsheim, wer nicht da war, waren die Arbeitslosen - und auch da sieht man wieder die Demoralisierung. Die Arbeitslosen haben von der SP-Führung sich nicht mehr erwartet, sie haben keine Perspektive gesehen - das hat alles die Führung zu verantworten!
Wir haben eine Resolution eingebracht, einer von uns ist dann hinaufgegangen und hat geredet, daß wir verlangen, daß ab nun bei Gemeindeposten nur arbeitslose Schutzbündler angestellt werden sollen. Und Speiser darauf als Antwort: "Genossen, unser Bürgermeister Karl Seitz als Sozialdemokrat hat erklärt, jeder Wiener Einwohner hat das Recht auf Arbeit. Und er ist dagegen, daß man solche Sachen macht. Er hat erklärt, wenn man die Demokratie, eben die Freiheit, daß jeder Arbeit bekommt, ob er Schwarzer oder Nazi oder sonstwas ist, mit Füßen tritt, legt er sein Bürgermeisteramt zurück."
Und dann haben wir noch raufen müssen, daß der, der das Wort ergriffen und die Schutzbündler verteidigt hat, weil wir arbeiten wollten, nicht aus der Partei ausgeschlossen worden ist. Er hat vor's Parteigericht müssen. Das war das ausschlaggebende, daß wir uns alle gedacht haben, mit so einer Partei kann's nicht gut gehen und darf ein Prolet nichts mehr zu schaffen haben...
Wenn ich so denke von meiner Kindheit her: Ich bin ja bigott erzogen worden, ich hab' sogar ministriert, da ist mir damals alles, das Lateinische und so, eingehämmert worden. Und wenn Du dann so weit kommst, daß Dir sogar die SP nicht mehr genug ist - ich wollte ja mithelfen bei einer proletarischen Politik - dann kannst Du Dir vorstellen, wie weit weg von dem, was die Arbeiter damals wollten, die SP-Führung schon war...
Wir (gemeint ist die SP) haben uns um die Leut' dann überhaupt nimmer gekümmert. Erstens war überhaupt keine Möglichkeit, und zweitens: Wozu? War also nichts... Und eines schönen Tages, auf der Wienzeile, renn' ich denen, dem Marek, in die Hände. "Genosse", von der Weite schon, "wir haben jetzt eine neue Gruppe gebildet, die ÎRevolutionären Sozialisten' heißen wir jetzt" und so weiter und ob ich nicht mittun will und so. Ich habe natürlich eh alles gewußt! Und ich hab' dann gesagt: "Wann's jetzt net alle zwei abfahrts, dann gibt's für an jeden a Detschn!" - Und aus war's.
Wie ist das dann weitergegangen?
In der Mollardgasse waren zwei Brüder, der eine war Soldatenrat in der Hauptwerkstätte, der andere war in der Stiftkaserne Soldatenrat, wo auch der Josef (Frey) Soldatenrat war, über den bin ich dann zur Gruppe Josef gestoßen. Mit einigen anderen war'n wir schon wieder eine Partie in Mariahilf. Eine ganz schöne Mariahilfergruppe, und diese ist dann in Verbindung gebracht worden mit dem Stadler, der war schon vor dem 34er Jahr dabei (gemeint ist der von Josef Frey geführte ÎKampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse'). Der war schon bei den Soldaten und hat dann zu der Gruppe gehört, die in der Liniengasse im Heimwehrlokal die ganzen Waffen ausgeräumt hat im 34er Jahr, wo wir alle schon illegal waren nach dem Februar.
In der Liniengasse hat in einem alten Haus die Heimwehr ein Lokal gehabt und Waffen, die sie ja eh vom Schutzbund kassiert haben. Die haben aber nix damit anfangen können - und die haben's ihnen dann weggenommen. Ich hab' dann den Kurs gemacht beim Stadler (mit Kurs ist die nach Heften aufgebaute Schulung des Kampfbundes gemeint). Nach dem ersten Heft, es hat damals nur drei Hefte gegeben, hast Du zwar noch die anderen Hefte bei wem anderen gemacht, hast aber, weil so ein Zulauf war, schon mit dem ersten Heft einen eigenen Kurs gemacht und eine eigene Partie gehabt, in Mariahilf dann. Da war in der Buttererstraße ein alter Bäckergeselle und ein Jüngerer, eh aus der Liniengasse, wo sich die Heimwehr eingenistet hat, den hab' ich dann nach dem Krieg wieder gesehen - das war dann ein echter Sozialdemokrat, der hat später eine Anstellung bei der Gemeinde bekommen und nimmer mit mir reden wollen...
Nach 34 hat's dann die sogenannten ÎAusflüge' mit dem Josef (Frey) gegeben, das war dann schon in der Illegalität. Zum Beispiel nach Mauerbach. Ein Teil ist über Gablitz und den Buchberg gekommen, der andere Teil direkt über Mauerbach. Im Inundationsgebiet war's dasselbe.
Ich hab' dann meine Frau kennengelernt, und wir haben dann während dem Krieg jede Woche einen politischen Bericht verfaßt. Wo haben wir das Material herbekommen, hab' ich vor kurzem meine Frau gefragt. Wenn wer aus dem Urlaub zurückgekommen ist oder eine Nachricht von denen, die's aufgehängt haben, die Kascha-Buam (von der Gruppe "Gegen den Strom"). Alle diese Nachrichten, sogar über die illegale KP, es war ja niemand mehr da, die meisten waren ja weg im Krieg, es waren ja alle im Krieg.
Schwierig war's ja schon, an das Papier heranzukommen. Das war ja überhaupt nur möglich, weil ich für die Firma immer Matrizen und so Sachen hab' einkaufen müssen, weil die viele Reklamegeschichten und so Sachen selber gemacht haben, und da hab' ich abgezweigt, was nur zum Abzweigen gegangen ist. Manchesmal hat's nur so für ein Zetterl als politischem Bericht gereicht, außerdem haben wir's absichtlich ganz klein gemacht, daß man's leichter hat einstecken können. Dann ist das mit dem Stadler gewesen. Bei dem war im Garten unser Archiv vergraben, eingelötet, wasserdicht, das hab' ich dann dort, sie war gerade schwanger - geholt, ausgegraben, bei mir wieder eingegraben.
Genosse Alois,, kannst Du von Deinem politischen WerdegangÊ erzählen?
Mein Werdegang war eigentlich so: Als Kind bin ich schon im Turnverein gewesen, bin dann schon, als ich älter geworden bin mit 17, 18, das war 1932, 1933, natürlich zu den Wehrturnern gegangen, das war eine Schutzbundabteilung. Uns haben's dann immer zum Saalschutz eingesetzt, zum Ordnerdienst und so weiter, wenn Versammlungen waren, da haben wir uns dann öfter geprügelt mit den Nazis und natürlich auch mit der Polizei. Wir haben so Stahlruten gehabt, das waren so Hülsen mit einer Feder, die rausgeschaut hat. Wenn's Dich mit sowas erwischt haben, da haben's Dich gleich eingesperrt. Aber mir war das irgendwie schon seinerzeit, ich war immer irgendwie kritisch der Sache gegenüber (hier: der Sozialdemokratie), alles nicht so ganz geheuer. Das hat man dann zum Beispiel an so einer Lappalie gesehen:
Da sind doch damals die großen Gemeindebauten gebaut worden. Und in der Josefstadt auch, wo ich aufgewachsen bin. Das war ja ein ausgesprochen schwarzer Bezirk. Und die Wohnungsnot in der Josefstadt war unheimlich groß. Die Leute haben gewohnt in Kellerlöchern und was weiß ich wo überall noch. Und da hab' ich einmal gehört auf einer Schutzbund-, genauer gesagt einer Wehrturnerversammlung, wie der Herr Bezirksvorsteher angesagt worden ist, warum bei der Wohnungsvergabe auf unsere Genossen immer vergessen wird. Und da hat der wörtlich gesagt - das hab' ich mir gemerkt: "Wir müssen schauen, daß die Leut', die noch nicht bei der Partei sind, Wohnungen kriegen! Nicht die Genossen, die eh schon da sind, die sind eh schon bei der Partei!" Und das war damals ein allgemeiner Standpunkt! Wir Genossen sind immer leer ausgegangen! Man soll natürlich nicht zu einer Partei gehen, damit man eine Wohnung kriegt, aber genau das haben sie gemacht!!! Das war irgendwie so einer der Punkte, die einem halt stutzig gemacht haben.
Und dann ist der Februar gekommen, das 34er Jahr. Ich war damals 20, ich bin 1914 geboren. Die Waffen haben wir im Schutzbund noch vom Weltkrieg her gehabt, wie die Arbeiter aus dem Krieg heimgekommen sind, da haben sich Arbeitermilizen mit Waffen gebildet. Und natürlich auch von der Gegenseite, der Bourgeoisie. Nur hat ja damals die SP schon so kläglich versagt. Die SP hat gesagt, daß die Waffen abgegeben werden müssen, und die Gegenseite hat sich's behalten. Natürlich, auch in unserer Hand sind eine ganze Menge, aber gegen die Anweisungen der SP, verblieben. Die sind dann versteckt worden, und nur ein paar Führer haben gewußt, wo die Verstecke waren.
Na, und wir haben gewartet, bis wir gerufen werden. Es hat geheißen, nicht hinaufkommen ins Vereinslokal in die Josefstädter Straße, das war damals auf Hausnummer 39, heute ist dort das Finanzamt drinnen. Und wir sollen warten, bis wir geholt werden. Das hat ziemlich lange gedauert, und dann ist auf einmal einer gekommen und hat gesagt: "Wir können nix mehr machen", das ist alles, wir sollen uns zerstreuen, weg, nur weg und was weiß ich noch alles. Die Bonzen haben das effektiv verraten. Es waren meistens schon besser situierte, haben in der Parteihierarchie eine Rolle gespielt, waren vielleicht finanziell besser gestellt als ein normaler Arbeiter. Und darum haben sie halt Angst gehabt um ihre Privilegien.
Wir sind aber dann doch noch ein paar zusammengewesen. Wir haben gewußt, im Arbeiterheim droben wird gekämpft in Ottakring. Wir haben gesagt, schauen wir dorthin, Waffen haben wir ja keine gehabt, die haben's uns ja nicht ausgegeben. Und so sind wir zu fünft oder sechst dann dorthin, damit wir mitkämpfen. Aber das war natürlich alles von der Polizei abgeriegelt und abgesperrt, man hat nicht mehr hinkönnen. Es war ja Ausgehverbot und Standrecht... Wir sind von der Thaliastraße hinauf, und von der Schmelz haben's herübergeschossen. Da hab' ich dann einen Streifschuß am Ohrwaschel erwischt, da war dann mein Heldenmut etwas gedämpft... Machen hast nichts mehr können, jetzt haben wir uns zerstreut und sind heimgegangen...
Wir sind dann natürlich in der Luft gehängt. Was war jetzt? Gleich nach dem Februar haben sich dann die "Revolutionären Sozialisten" gebildet. Die haben uns dann eingespannt zum Flugzettel-Streuen. Wir sind dann mit dem Radl gefahren , haben die Zettel schnell weggeworfen und sind weggefahren, daß uns halt kein Wachmann erwischt hat. Ich hab' immer das Glück gehabt, daß mich keiner erwischt hat. Aber man hat bald gesehen, daß da nichts mehr draus wird. Der eine sagt so, der andere hat so geredet. Aber dahinter war nichts.
Wir haben uns dann gedacht, gehen wir zu den Kommunisten. Wir sind da in einer Wohnung zusammengekommen, aber ich war auch der Sache ziemlich skeptisch gegenüber. Aber ich hab' mir gedacht, ich muß mir die Sache einmal anschauen. Dort haben's wenigstens Gewehre gehabt. Wir haben dann Ladeübungen gemacht und Gewehrgriffe geübt. Aber zum Einsatz gekommen ist ja nix mehr. Dann aber hat sich ein Großteil des Arbeiter-Turnvereins unter dem Namen "Sportklub Gerngroß" neu gegründet. Ein großer Teil der ehemaligen Arbeiterturner von Wien, und auch die besten, sind da zusammengekommen. Meistens waren die guten Turner auch politisch aktiv, ich weiß nicht, warum das so war. Wir sind dann auch dorthin turnen gegangen. Denn in einen schwarzen Turnverein wäre ich ja nicht gegangen. Das hat sich allmählich dann wieder entwickelt, und so haben wir uns das angeschaut und sind zum Gerngroß-Turnverein in die Seitengasse von der Zieglergasse in das ehemalige Gewerkschaftsheim der Buchdrucker.
War das gleich nach dem Februar 1934?
Max: Das hat natürlich nicht gleich nach dem 34er Jahr wieder begonnen, weil ja so viele Naderer waren. Man hat nie gewußt, mit wem man es da zu tun kriegt...Sogar ehemalige SP-Genossen haben einen angezeigt!
Alois: Das Gewerkschaftslokal war alles enteignet, aber der Leiter der Sportabteilung vom Gerngroß hat den Sportbetrieb dort aufgezogen. Dort hat auch der Stadler Dolferl geturnt und der Sailer. Und durch den Stadler Dolferl sind wir dann ins Reden gekommen, wir haben später dann auch viele Bergtouren miteinander gemacht, wir waren am Montblanc und so weiter, und der hat mich dann auf diese "Sache" (gemeint ist der "Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse") gebracht. Denn nach dem Turnen ist ja auch viel politisiert worden. Die politische Lage ist da besprochen worden, recht viel mehr hast Du ja nicht machen können. Und so bin ich schließlich 36/37 dazugestoßen. Das waren dann etliche Genossen vom Turnverein, die sich dann dem Josef angeschlossen haben. Jedenfalls war für mich der Verrat von 34 entscheidend.
Wie ich dann die Kurse gemacht habe, da habe ich dann gesehen, daß das wirklich eine revolutionäre Sache war. Und da bin ich erst so richtig draufgekommen, was die SP für einen Verrat gemacht hat - einen Verrat, der geht ja schon zurück vor den Ersten Weltkrieg. Ich denke da an die Kriegskredite, die sie bewilligt haben, und den ganzen Patriotismus, damit waren sie ja eng mitbeteiligt am Krieg. Und das hab' ich ja vorher alles nicht gewußt! Wir waren ja viel zu jung! Was willst mit 16, 17! Aber das 34er Jahr hat uns wirklich die Augen geöffnet...
In den Kursen ist dann ja nicht nur alles, der ganze Verrat, aufgezeigt worden, sondern auch die Alternativen und was man gegen den Verrat machen kann...
Anton: Ich war schon früher dran: Dadurch, daß ich in Mariahilf mit Genossen gleich nach der Niederlage in Kontakt gekommen bin, die den Josef schon von der Kaserne gekannt haben, bin ich gleich dabeigeblieben. Es ist lawinenartig gegangen im 34er Jahr.
Max: Lawinenartig ist schwer übertrieben: Wenn Du bedenkst, daß beim Josef höchstens 400 Leute waren...
Anton: Na ja, wenn man das vergleicht mit dem, was vorher war... Aber jedenfalls hat's einen echten Ansturm gegeben. Und das sieht man daran, daß Du schon Kursleiter für's erste Heft geworden bist, wenn Du noch gar nicht durch warst mit dem Kurs und gerade das zweite oder dritte Heft gemacht hast... Du warst Lehrer und bist gleichzeitig in die Lehr' gegangen. Wir haben keine Leute gehabt, die geschult gewesen wären. Die Richtlinie war dann so, wenn Du das erste Heft durchgehabt hast und wo's um Klassenfrage gegangen ist, und Du hast übereingestimmt, dann war der in Ordnung. Alle anderen sind ja schon im ersten Heft in der Mitte abgerissen!
Max: Aber es war wirklich eine schöne Strömung in unsere Richtung. Wenn man bedenkt, wie 34 alles so ganz zerschlagen war und überall Naderer waren - es war nicht leicht, die Leute zusammenzubringen. Das war ja alles schon in der Illegalität, wo diese Strömung zu uns gewesen ist...
Alois: Ich hab' dann beim Stadler den Kurs gemacht, dann ist aber bald der Krieg gekommen. Und ich hab' ja noch im 30er Jahr einrücken müssen und war dann bis zum Schluß im 45er Jahr im Krieg. Ich hab' fast bis zum Kriegsbeginn Kurse gemacht. Ich bin dann auch mit dem Josef zusammengekommen, im Wienerwald und woanders waren dann Veranstaltungen. Der Josef war ja Offizier, der hat die ganzen militärischen taktischen Sachen beherrscht und vorbereitet, daß die Illegalität auch wirklich funktioniert hat. Und beim Maiaufmarsch dann nach dem Krieg hab' ich wieder die Genossen getroffen. Die haben mir dann gesagt, daß unsere "Sache" weitergeht. Und so bin ich nach dem Krieg wieder dabei gewesen.
Und wie bist Du, Genosse Max, zur "Sache" gekommen?
Bei mir ist das alles nicht so verlaufen. Ich bin ja vom Land hereingekommen. Ich bin am Land aufgewachsen - in Deutsch-Wagram - und bin sonst nur zu den Ferien herinnengewesen. Mit 14 bin ich dann zum Vater herein, die Eltern waren geschieden. Da hätte ich dann Friseur werden sollen, das hab' ich nicht wollen. Dann hätt' ich Schneider werden sollen, das hab' ich auch nicht wollen. Und dann hat mir schließlich einer zur Lehre in einer Tischlerei verholfen. Und nachdem mein Vater in der KP war, sind immer wieder die ganzen KPler bei uns zusammengekommen. Da ist dann politisiert worden, wenn ich das heute so sehe, so war das ja eine furchtbar oberflächliche Sache. Es hat ja keine Schulung gegeben! Das waren nur einfache, treu ergebene Leute, die da zusammengearbeitet haben bei meinem Vater in der Wohnung in der Mitisgasse 25. Ich weiß ja nicht mehr, wie die alle geheißen haben: Da waren da der Koritschoner, dann der Koplenig, das waren dann aber erst so 23 oder 24, und andere, waren lauter Größen in der Partei. Mein Vater ist aber nie aufgetreten für die KP, er war ein treu ergebener, einfacher Arbeiter. Und bei diesen Versammlungen sind da immer so sieben oder acht Leute zusammengekommen, lauter Männer - Frau war damals, das weiß ich ganz genau, keine dabei.
Na ja, mein Vater ist schon in der ganz frühen KP fleißig zu den Versammlungen gegangen - im Wirtshaus in der Johnstraße ... - und so bin ich politisch interessiert worden. Ich bin dann bei den Jugendlichen (der KP) gewesen, war bei Ausflügen und Diskussionen dabei, aber ich war nie bei den Roten Falken.
Seit meiner Lehrzeit bin ich also in Wien. Die Familie vom Vater, die waren drei, dann noch ich, und dann haben wir noch einen Bettgeher gehabt, und das ganze auf Zimmer und Küche! Ich bin dann frei geworden, und gerade an dem Tag, an dem ich mein Gesellenstück, ein Herrentischerl, in die Ziegelofengasse abliefern gehe, gibt's gerade den Aufstand vom 27er Jahr. Ich laufe nach Hause, gib dort mein Gesellenstückerl ab und renn wieder rein in die Stadt. Ich bin aber nur bis zum Volkstheater gekommen, da ist dann schon die Polizei gestanden und hat alles abgesperrt gehabt. So ein Bub mit zehn oder elf Jahren klettert aufs Gerüst hinauf, damit er besser sieht, haben's ihn heruntergeschossen. Wir haben ihn dann aufgehoben, und ein Taxi ist da gefahren, das haben wir genommen und ihn in das Spital geführt. Wir haben das Taxi da ganz einfach beschlagnahmt und dem Fahrer gesagt, wenn er nicht ins Spital fährt, dann... Wir haben also da auch gleich Rettung gespielt. Er war nicht gleich tot, ist aber dann bald einmal gestorben. Das war praktisch mein Beitrag, daß ich gesehen habe, daß man da selbst etwas machen muß und daß man da nicht warten darf und nicht nur zuschauen kann...
Von 27 bis 34 hab' ich dann zwar keiner Organisation angehört, ich bin aber so im KP-Bereich geschwommen. Ich war dann natürlich im Schutzbund, aber ich bin nicht zum Einsatz gekommen im 34er Jahr. Wir waren am Flötzersteig und haben gebrannt darauf, daß wir zum Einsatz kommen und kämpfen können. Aber keiner hat ein Gewehr bekommen, und wir fragen, was ist da los? Der 14. Bezirk, der wär' ja so stark gewesen, der 15. auch. Aber in den beiden Bezirken ist verraten worden, wo die Waffen versteckt waren. Der, der das mit den Waffen übergehabt hat im Schutzbund und die ganzen Verstecke gewußt hat, der hat's gemacht, wie's so viele gemacht haben: Der hat sich abgesetzt und uns allein gelassen. Und zwar hat er sich verhaften lassen, damit er da ja nicht hineingezogen wird in den Aufstand. Und dort bei der Polizei hat er dann eben alles ausgesagt. Und dann ist schon die Polizei dagewesen mit dem Überfallwagen, wir sind dann hinuntergerannt, zum Hanuschkrankenhaus zu, die Haustüre und alles zugesperrt.
Und ich hab' einen Schlüssel gehabt zum ganzen Haus und hab' gesagt, kommt's alle herein! Aber der Heckermann, der der Anführer von uns war und der mich zum Schutzbund gebracht hat, der Trottel rennt weiter. Alle anderen sind rein, wir sind über den Hof drüben wieder hinaus, aber den haben's erwischt. Der ist dann nach Wöllersdorf gekommen, den hätten's ja halbert derschlagen.
Und nach 34? Da ist zuerst einmal alles zusammengebrochen gewesen. Alles war illegal, aber in unserer Gassen hat's einen politisch Aktiven gegeben, der hat uns dann wieder zum illegalen Schutzbund eingeschleust. Und da haben wir schon gesehen, daß sich da ohne Waffen nichts tut. Und die Führer im Schutzbund haben uns immer wieder gesagt, ihr Jungen, seid's doch net so ungeduldig. Und wir haben immer wieder gesagt: "Heast, seht's Ihr denn nicht, was sich tut? Die Heimwehr, de san bewaffnet! Und wir, wir rennen umeinander mit Spazierstöcken!"
Na, und dann ist einer hergegangen und hat gesagt, wir werden das anders machen. Er hat sich dann, aber das haben wir alle nicht gewußt, mit dem "Reichsbund", das war eine christlich-soziale Organisation, ins Einvernehmen gesetzt. Und die war bewaffnet. Die hat im Wasserwerk bei uns in der Hütteldorfer Straße ein Depot mit Waffen gehabt. Und dann hat er gesagt: "Weißt was, wir gehen alle geschlossen in den Reichsbund hinein, dann haben wir auch Waffen!" Na, und wir Trotteln gehen alle zum Reichsbund hin, kriegen dort eine Uniform, eh so ähnlich, wie's die Heimwehr gehabt hat, jeder hat dann ein Gewehr bekommen, aber keine Patronen. Wir haben dann im Wasserwerk exerzieren müssen, aber wir haben andere Pläne gehabt. Wir wollten Revolution und nicht exerzieren!
Und wie ist das dann mit Dir weitergegangen?
Nach 34 war ich dann neben den Erlebnissen aber auch bei den Revolutionären Sozialisten. Die haben damals dann so einen getarnten Alpenverein gegründet, die "Bergfreunde". Da haben wir Ausflüge gemacht. Wir haben uns getroffen bei der Hütte, und dann ist wieder eine Gruppe dazugekommen, und dann bei der nächsten... Da hat's dann sie Aussprachen gegeben, da ist dann politisiert worden. Bis 38 haben wir dann die illegale kleine Arbeiter-Zeitung vertrieben, die in Brünn gedruckt worden ist auf dem dünnen Papier. Die haben wir bekommen, die haben wir bekommen, aber wir haben nicht gewußt, von wo sie jetzt wirklich kommt. Das ist so gegangen bis zum 38er Jahr. Und da war so ein Sohn von einem Zuckerbäcker, so ein halbseidener Aff', des Luder, der ist eingeschleust worden von den Nazis. Der war in unserer Gruppe und hat das alles registriert, daß wir da versucht haben, im Reichsbund an die Waffen heranzukommen. Es war dann alles registriert, 38 haben sie uns dann gefangen wie einen Schwarm Bienen.
Und wie die Nazi im 38er Jahr kommen, sitzen wir so beieinander im Reichsbund, die Christlichen waren alle bewaffnet mit Munition, wir anderen haben ein Gewehr gehabt, aber keine Munition. Da kommt auf einmal ein Kommando von den Nazis und kassiert uns. Dann haben's uns alle in der Schule eingesperrt. Da war ein großer Turnsaal, und da waren wir nicht die einzigen! Da haben die Nazis schon alles zusammengefangt gehabt, was nur so ein bißchen rosa war...
Dann haben's auf allen Eingängen ein Maschinengewehr aufgestellt, was noch da war vom Ersten Weltkrieg. Jetzt waren wir alle drinnen. Ich habe aber privat einen Revolver gehabt, aber jetzt wohin damit? Das Ganze hat sich dann ein bißchen beruhigt, und wir haben immer vier und vier aus dem Turnsaal hinausdürfen in den Park und spazieren. Ich hab' dann geschaut, und als die Luft rein war, hab' ich auf die hohe Mauer meine Krachn hinaufgelegt. Dann war schon alles vorbei, die Machtübernahme. Und dann bin ich von außen hingegangen, ist der Revolver immer noch dort gelegen.
Wie bis Du aber dann zum Kampfbund gekommen?
Zum "Kampfbund" bin ich dann so gekommen: Ich hab' ja noch bei meinem Vater gewohnt, denn Wohnung hab' ich keine gefunden, und viel verdient hab' ich auch nicht. Ich war außerdem viel arbeitslos, einmal zwei Monate, dann wieder drei oder vier. Und dann noch vor'm Hitler find' ich dann eine Arbeit in Margareten bei einer deutschen Firma, die Büromöbel gemacht hat. Dort hab' ich gearbeitet mit 10 oder 12 Tischlermeister. Da waren zwei Tschechen aus dem 10. Bezirk, die haben aber nicht votiert nach dem Ersten Weltkrieg und sind dageblieben, dann der Fuchs, der Wagner und andere. Und wir machen wieder so einen Ausflug von den RS (Revolutionären Sozialisten), von den "Bergfreunden". Und da war ein gewisser Fritz Koch mit, ein Faßbinder von Beruf. Wir waren so 15 oder 20.
Und plötzlich wird zum Politisieren begonnen. Und auf einmal sagt der Koch Fritzl, der war bei der KP und hat die größte Gosch'n gehabt, zum Fuchs, dem Arbeitskollegen von mir: "Sei sofort ruhig, Du bist ja ein Trotzkist!" Ich hab' da noch gar nicht gewußt, was ein "Trotzkist" ist. Und wie sich das dann so aufgelöst hat, sind die anderen gegangen, und ich hab' geschaut, daß ich zum Fuchs komme. "Was war denn da los?" hab' ich ihn gefragt. "Laß ihn, da werden wir einmal in der Werkstatt darüber reden..."
Und in der Werkstatt haben wir dann miteinander geredet, wie wir alleine waren - die anderen waren eh nicht verläßlich und auch gar nicht interessiert. Da haben wir uns dann ausgesprochen. Und so bin ich zum "Kampfbund" gekommen, das muß so im Frühjahr 39 gewesen sein. Ich bin dann gleich zum Fuchs in den Kurs gekommen: Erstes Heft, dann hab' ich schon einen eigenen Kurs geführt, das waren so vier, dann fünf Leute... Wir haben das dann gewechselt, daß das nicht auffällt, einmal da, dann wieder dort oder in meiner Wohnung. Da waren dann der Ferdinand, der Feuerwerker, der hingerichtet worden ist, dann die Kascha, die auch hingerichtet worden sind - wir waren eine ganz schöne Partie, wie wir in den Glasgraben nach hinten gegangen sind, um uns illegal zu einer größeren Sitzung zu treffen... Eingerückt bin ich aber dann schon am 1. Februar 1940.
Bis dahin hab' ich aber beim Schwanhäuser, der deutschen Firma, gearbeitet. Und da muß ich noch was von der Machtübernahme erzählen: Es kommt das 38er Jahr, und auf einmal kommt der schon mit so einer "Pletsch'n" daher, der Werkmeister Müller, und sein Sohn, auch so ein Pflugradel, genau dasselbe. Und auf einmal, das ganze Büro: lauter Nazi. Ein paar Monate später bekommen wir eine Arbeitspartie: 100 Schreibtische. Wir arbeiten so dahin, auf einmal kommt in der zweiten Woche der Müller, ein versoffener Kerl, daher und fängt an: "Das geht sich nie aus mit dem Akkord, da zahlen wir drauf!" Und wir darauf: "Hören's, jetzt arbeiten wir da schon zwei Wochen drauf! Und jetzt kommen's drauf? Was ist denn das für eine Kalkulation?" Und das Ergebnis? Wir haben nachlassen müssen. Wir arbeiten weiter. Kommt er wieder, und wir haben das nicht überzogen, daß die uns nur provozieren wollten: "Da müssen wir nochmals nachlassen!" Der Fuchs, der Wagner und ich sind da hoch. Der Müller drauf: "Kommen's mit!" Und dann: "Ihr Kommunistenschädel, haltet's überhaupt die Gosch'n!" Der Wagner sagt ihm, daß er bei keiner Partei ist. Und mir schießt das Blut in den Kopf, und ich sag' ihm: "Wann's net die Kurven kratz'n, dann hau i Ihna den Namen in's Hirn eini!" Er hat dann so g'schaut, geht in den Holzverschlag hinein, setzt sich den Hut auf und rennt fort. Es dauert 20 Minuten, eine halbe Stunde, kommen drei SchuPos, stürzen sich auf die zwei Tschechen, die überhaupt nichts gesagt haben, und haben's so g'haut, das kannst Du Dir nicht vorstellen, Haare ausgerissen, auf d' Erd' g'haut - die ham's herg'richt! Und gleich haben sie's auf die Grenze geführt und rüber, nimmer heimgekommen ... Und wir drei? Eine Woche später waren wir schon eingerückt. Und so ist der Betrieb rein geworden, 100 Prozent Nazi...
Brauchst net traurig sein, wann'st mit dieser Marke eingerückt bist! Die haben Dir die Sohle runtergenommen! Zum Beispiel haben wir antreten müssen bei der Unteroffiziersausbildung: Da sind sie durchgegangen, bin ich rausgeholt worden. Ich hab' nicht gewußt, warum. Für jede Dreckarbeit bin ich geholt worden ... Und wie wir schon in Rußland waren, da bist den einen Tag bis daher im Wasser, am anderen Tag bis daher im Dreck gesteckt. Unser Auftrag war, die Sümpfe von den Partisanen zu säubern. Und da kommt einer zu mir, der eigentlich in meiner Gruppe war - ich war zuerst bei den schweren Granatwerfern, dann beim schweren Maschinengewehr. Simmel war sein Name, und er war aushilfsweise in der Schreibstube, er hat da heimschreiben müssen, wenn wieder einer gefallen ist ... Und bei einem Einsatz sagt er auf einmal zu mir: "Du, paß auf, ich sag' Dir was: Ich hab' helfen müssen in der Schreibstuben, erzähl's niemand, bei Dir steht ein riesengroßes ÎPU' (politisch unzuverlässig) dabei!" Und von da an hab' ich erst gewußt, warum immer ich die Dreckarbeit und die gefährlichsten Sachen hab' machen müssen! Jede Wach', mit einem MG einen Kilometer raus', da bist auf die Knie zurückgekommen... so Sachen haben die andauernd mit mir gemacht!
Mein Gott, das war eine Abrichtung! Ich habe mir geschworen: "Wenn ich einen erschieße, dann soll mich die erste Kugel treffen! Nie werd' ich auf einen ÎGegner' zielen oder ihn erschießen!" Und ich hab' auch wirklich auf keinen gezielt und auf keinen geschossen: Wo ich können hab', hab' ich das alles sabotiert. Du hast nicht viel machen können, aber wo ich können hab', da hab' ich dagegen gearbeitet ... Nach dem Krieg bin ich dann sofort wieder zur "Sache" dazu. Da hat dann schon die Poldi mit meiner Frau Kurs gemacht, ich bin dann sofort wieder dabei gewesen. Das war für uns alle keine Frage!
Und wenn es eines ist, was wir Euch Jungen vermitteln wollen: Wir waren wirklich unser ganzes Leben mit der Sache der Arbeiterbewegung verbunden gewesen, wir haben unser ganzes Leben gekämpft für die "Sache", für die Arbeiterklasse. Und das weiterzuführen, das wird Eure Aufgabe sein.